28/02/17 Allgemein , Als Privatmensch # , , , , , , ,

Zuhören statt zuspammen: Anmerkungen einer enttäuschten Kundin.

Zuhören statt zuspammen: Anmerkungen einer enttäuschten Kundin.

Impulskontrolle gehört nicht zu meinen Stärken. Genussfähigkeit dagegen sehr. Folgerichtig war eine meiner ersten  Aktivitäten als Neubürgerin im chicen Size Zero-geprägten Eppendorf vor gut zwei Jahren eine kleine Tour durch die lokalen Fitnessstudios, denn die  Pfunde, sie sollen zumindest straff sein und mit Stolz getragen werden. Unterschrieben habe ich damals bei Fitness First, wo ich heute wahrscheinlich zum letzten Mal hingehe – nicht, weil ich plötzlich um die Alster liefe (schön wärs’s!) oder dreifach verstoffwechselte (noch schöner wär’s!) – sondern einfach, weil der Kundenservice den Namen meiner Meinung nach nicht verdient. Und damit möchte ich gar nicht auf einem einzelnen Unternehmen herumhacken; als pars pro toto eignet es sich dieses Beispiel aber hervorragend für ein Phänomen, das mir immer wieder begegnet und das ich immer weniger verstehen möchte. Ein kurzer Einblick in eine missglückte Kundenbeziehung.

Viel Energie in die Kundengewinnung. Und dann? Macht der Hund drauf. Continue reading

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27/07/15 Allgemein , Social Media

Von Authentizität, Aufregung und Anstand: Zur Diskussionskultur in den Medien

Die letzten Wochen waren, sozialmedial betrachtet, ein ziemliches Fiasko. Angefangen bei #merkelstreichelt über Dieter Nuhrs Griechenwitz bis hin zu Denkverboten für Monica Lierhaus und tiefrechten Drohungen an Sascha Lobo – das Land der Dichter und Denker erschien mir in letzter Zeit eher wie die Heimstatt der Schreihälse und Hetzer. Bei mir löste diese Stimmung erst großes Unwohlsein und dann Rückzugstendenzen aus Facebook und Twitter aus; ich habe mich aller Diskussionen enthalten und mich nur noch zu Flauschthemen geäußert. Mit ein wenig Abstand möchte ich aber dennoch versuchen, ein paar Gedanken dazu zu ordnen.

Die Renaissance des Shitstorms

War es 2013 oder erst 2014, als ich in Workshops, privaten Gesprächen etc. selbstbewusst und überzeugt verkündete, der Begriff „Shitstorm“ hätte seinen Zenith überschritten und mittlerweile könnten Unternehmen, Promis und Privatpersonen Empörungswellen im Netz differenzierter betrachten und einordnen? Egal – ich lag falsch. Continue reading

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19/02/15 Blogparade , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications # , , , ,

Emotionen im Change: Warum es unvernünftig (und teuer) ist, sie zu ignorieren.

Emotionen im Change:  Warum es unvernünftig (und teuer) ist, sie zu ignorieren.

Die Manufaktur für Wachstum hat mich eingeladen, einen Beitrag zur Blogparade #emotionschafftmehrwert zu schreiben. Das tue ich gern, insbesondere, da mich dieses Thema seit Jahren umtreibt.

Es ist die Angst, über die ich schreiben möchte. Genauer gesagt: Die Angst vor der Angst. Und vor allen artverwandten, schwierigen, unerwünschten Gefühlen.

Emotion ist gern genommen, wenn verkauft werden soll, wenn Produkte und Dienstleistungen „emotional aufgeladen“ werden sollen – diese Emotion soll sich aber möglichst auf hollywoodesque, jacketbekronte Freude, Dynamik und Gemeinschaftlichkeit beschränken. Selbst in der Werbung, der sich-feierfreudigsten aller Kommunikationsdisziplinen, funktioniert dies zusehends und (vor allem dank Social Media) sichtbar schlechter. Ich kann vollkommen nachvollziehen, dass Stephan Rebbe sich entnervt und frustriert (meine Interpretation) aus dem Geschäft zurückzieht und die Konzernkunden als „Bewahrer und Angsthasen“ tituliert. Denn den richtigen Werbeweg zum Kunden, so gibt er freimütig zu, kennen die bisherigen Experten nicht, und die Kunden investieren lieber in bekanntermaßen erfolglose Modelle anstatt das Risiko eines Scheiterns auf neuen Pfaden einzugehen.

Veränderung muss schneller werden. Angst bremst.

Wie wirkt sich dieses Kaninchen-vor-der-Schlange-Phänomen erst in Disziplinen aus, zu denen die Attribute „shiny, happy, wunderbar“ noch nie passten? Continue reading

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Gelesen, erlebt, bedacht
In meinem Blog beschäftige ich mich mit Themen, die mich bewegen, Menschen, die mich beeindrucken, Orten, die mich inspirieren… Unregelmäßig, subjektiv und teils sogar persönlich. Ich freue mich auf Kommentare und Gespräche an dieser Stelle!
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