23/03/16 Coaching , Digitalisierung , Führung , Studie , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications , Workshops

Von Führung, Fröschen und Vogel-Strauß-Effekten: Warum ich den Begriff „Digitale Transformation“ meide

Was hat die deutsche Wirtschaft mit kochenden Fröschen gemein? Ich fürchte, eine ganze Menge. Auf der einen Seite stehen wir nach wie vor hervorragend da (Exportweltmeister etc.), auf der anderen Seite scheinen Unternehmen hierzulande einen riesigen Entwicklungssprung zu verpassen – eine Studie nach der anderen belegt, wie innovationsfeindlich, risikoscheu und führungsschwach das Land der Dichter, Denker und Ingenieure geworden ist. Manche mögen das als Panikmache oder ABM für Berater abtun. Aber kommen wir so billig aus der Nummer raus?

Phasen großer Veränderungen – echte gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche Umwälzungen, keine Projektchen – brauchen Leit- und Identifikationsfiguren. In Unternehmen erlebe ich aber in den letzten Jahren verstärkt Führungskräfte, die sich eher nach einem Sandhaufen für ihren Kopf zu sehnen scheinen. Wenn ich lese, dass Mitarbeiter ihren Firmen digital überlegen sind, frage ich mich weniger, ob Führungskräfte plötzlich alle inkompetent sind (auch, wenn sich Gunter Duecks Rant zu „Mehr vom Gleichen“ herrlich pointiert liest), sondern eher: Was genau hemmt sie?

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15/04/15 Bücher , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications # ,

Führung und Digitalisierung: Buchrezension „Management by Internet“, Willms Buhse

Führung und Digitalisierung: Buchrezension „Management by Internet“, Willms Buhse

Die nächsten Wochen sind sehr geprägt von „workshoppen und geworkshoppt werden“ – da verlangt mein Geist dieser Tage etwas fachlichen Input zu anderen Themen und mein Körper bat um Powerpoint-Pause und Sonne auf dem Balkon.

So konnte ich heute endlich „Beratung ohne Ratschlag“ von Sonja Radatz und „Management by Internet“ (Untertitel: Neue Führungsmodelle für Unternehmen in Zeiten digitaler Transformation) von Dr. Willms Buhse auslesen. Letzteres kommt jetzt auf den Seziertisch und, um das vorwegzunehmen: Es ist „a schöne Leich‘ “ Continue reading

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19/02/15 Blogparade , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications # , , , ,

Emotionen im Change: Warum es unvernünftig (und teuer) ist, sie zu ignorieren.

Emotionen im Change:  Warum es unvernünftig (und teuer) ist, sie zu ignorieren.

Die Manufaktur für Wachstum hat mich eingeladen, einen Beitrag zur Blogparade #emotionschafftmehrwert zu schreiben. Das tue ich gern, insbesondere, da mich dieses Thema seit Jahren umtreibt.

Es ist die Angst, über die ich schreiben möchte. Genauer gesagt: Die Angst vor der Angst. Und vor allen artverwandten, schwierigen, unerwünschten Gefühlen.

Emotion ist gern genommen, wenn verkauft werden soll, wenn Produkte und Dienstleistungen „emotional aufgeladen“ werden sollen – diese Emotion soll sich aber möglichst auf hollywoodesque, jacketbekronte Freude, Dynamik und Gemeinschaftlichkeit beschränken. Selbst in der Werbung, der sich-feierfreudigsten aller Kommunikationsdisziplinen, funktioniert dies zusehends und (vor allem dank Social Media) sichtbar schlechter. Ich kann vollkommen nachvollziehen, dass Stephan Rebbe sich entnervt und frustriert (meine Interpretation) aus dem Geschäft zurückzieht und die Konzernkunden als „Bewahrer und Angsthasen“ tituliert. Denn den richtigen Werbeweg zum Kunden, so gibt er freimütig zu, kennen die bisherigen Experten nicht, und die Kunden investieren lieber in bekanntermaßen erfolglose Modelle anstatt das Risiko eines Scheiterns auf neuen Pfaden einzugehen.

Veränderung muss schneller werden. Angst bremst.

Wie wirkt sich dieses Kaninchen-vor-der-Schlange-Phänomen erst in Disziplinen aus, zu denen die Attribute „shiny, happy, wunderbar“ noch nie passten? Continue reading

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05/02/15 Linktipps , Studie , Veränderungskommunikation/Change Communications # , ,

Studie zum ROI von Change Communications

Gute Kommunikation in Veränderungsprozessen zahlt sich in barer Münze aus. Allen Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen, die mit dieser Binse üblicherweise schwer Gehör finden, liefert der aktuelle Report von Towers Watson „Change and Communication ROI – The 10th Anniversary Report“ ordentliche argumentative Schützenhilfe.
Meine persönlichen Highlights aus der Längsschnittstudie, die in den vergangenen zehn Jahren sechsmal durchgeführt wurde:

  • Die Schere zwischen „schlechten Kommunikatoren“ und „guten Kommunikatoren“ geht immer weiter auseinander: 2011/2012 war die Wahrscheinlichkeit, dass ein effizient kommunizierendes Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich ist, etwa doppelt so hoch wie bei den schlechteren Kommunikatoren. 2013/2014 gilt hier bereits der Faktor 3,5.
  • Die „Guten“ denken weiter voraus: Während ein sehr großer Teil der Befragten aktuelle Mitarbeiter, insbesondere diejenigen in Schlüsselpositionen und die High-Achiever, gut im Blick hatte, verstehen die erfolgreichen Kommunikatoren auch die Bedürfnisse ihrer künftigen Mitarbeiter sehr gut. Gleichzeitig fahren sie erfolgreich damit, sich weniger auf ihre Preise als auf das (gewünschte) Mitarbeiterverhalten zu konzentrieren.
  • Sie widmen ihrer Unternehmenskultur viel Aufmerksamkeit: Gute Change Kommunikation zeichnet sich darin aus, dass sie sich (bereits im Vorfeld) mit den Auswirkungen des Change auf die Mitarbeiter auseinandersetzt.
  • Change Management und Change Communication gehen von Anfang an Hand in Hand: Es gibt sie immer noch, die Change Manager, die erst nach der Kommunikation rufen, wenn der Prozess stockt und Probleme auftreten. Bei den erfolgreich durch den Change navigierenden bzw. kommunizierenden Unternehmen ist die Interne Kommunikation von Anfang an im Boot – also dann, wenn sich der Grund für die Veränderung, ob Bedrohung oder Gelegenheit, ergibt.
  • Social Media sind gut, Messbarkeit ist besser: Positive Auswirkungen von Social Media Tools im Veränderungsprozess sehen erfreulich viele Unternehmen. Was die Spreu vom Weizen trennt: Die richtig guten Unternehmen messen auch, wie effektiv diese sind.
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Gelesen, erlebt, bedacht
In meinem Blog beschäftige ich mich mit Themen, die mich bewegen, Menschen, die mich beeindrucken, Orten, die mich inspirieren… Unregelmäßig, subjektiv und teils sogar persönlich. Ich freue mich auf Kommentare und Gespräche an dieser Stelle!
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