24/03/17 Coaching , Führung , Training # , ,

Was’n das? Persönlichkeits- und Teamentwicklung mit Lumina Spark

Macht Laune: Das offizielle „Go!“ für meine Arbeit mit Lumina Spark.

Veränderung ist mein Kernthema. In den letzten Jahren betraf das nicht nur die Bedürfnisse meiner Kunden, sondern auch meine persönliche und berufliche Entwicklung. Als systemischer Coach bin ich mittlerweile seit über einem Jahr unterwegs und genieße die Ergänzung zur beratenden Arbeit sehr. Und seit gestern darf ich mich – Konfetti, bitte! – zertifizierte Lumina Spark Beraterin nennen.

Impulse für Persönlichkeitsentwicklung

Lumina Spark ist ein Tool aus der Lumina-Familie, einer ganzen Reihe psychometrischer Instrumente mit verschiedenen Schwerpunkten. Spark bildet dabei die Grundlage und ermöglicht mir eine Fülle sinnvoller Ansätze für Einzelcoachings und Teamentwicklung. Denn Lumina Spark misst Verhaltenspräferenzen. Wer diesen Online-Test (144 Fragen, ca. 15-20 Minuten) durchläuft, erhält also keine Auskunft über Fähigkeiten oder gar seinen „Typ“, sondern über eine persönliche Neigung, Verhalten stärker oder schwächer zu zeigen. Und Verhalten ist etwas, was wir beobachten, beschreiben und auch ändern können.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ (Viktor Frankl)

Zeitgemäß und angemessen komplex

Noch vor wenigen Wochen hätte ich selbst wahrscheinlich ausgeschlossen, mich jemals zum Practitioner für ein psychometrisches Intrumentarium ausbilden zu lassen – nicht nur durch meine Zeit an der psychologischen Fakultät der Ruhr-Uni Bochum, die stolz ist auf ihr Persönlichkeitsinventar und Persönlichkeitstests aller Coleur, stehe ich diesen Tests skeptisch gegenüber. Bislang störten mich sowohl die Unterkomplexität von Typologien als auch unflexible Festlegungen, die keinerlei Widerspruch duldeten. Ich war also ein roter, extravertierter Typ, und wenn ich eher introvertierte Eigenschaften an mir entdeckte, stimmte wohl etwas nicht mit mir. Erst vor kurzem habe ich einen an Gründer gerichteten Test genervt abgebrochen, als man mir sinngemäß schrieb: „Du bist ja ein ganz spannender Fall – du bist sowohl kreativ als auch auf finanzielle Sicherheit bedacht“ – naja, das eine ist Teil meines Jobs, das andere unabdingbar für jemanden, der selbstständig arbeitet. Dass soviel Differenzierung beim heutigen Forschungstand und den technischen Möglichkeiten von Big Data nicht möglich sein sollte, fand ich frustrierend.

Lumina Spark hat den meisten psychometrischen Tests zwei Dinge voraus: Zum einen kann es Verhalten auf beiden Polen einer Dimension abbilden – dass ich je nach Kontext sowohl extra- als auch introvertiert sein kann, ist also darstellbar. Zum anderen, und das finde ich im professionellen Kontext extrem spannend, kann ich sehen, ob und wie sich mein Verhalten über verschiedene Personas verändert. So kann ich beispielsweise erkennen, ob ich in meinem natürlichen Verhalten starke Präferenzen habe, die ich in meiner beruflichen Rolle zurücknehme und auf die ich in Stress-Situationen zurückgreife. Oder: Ich fühle mich ausgebrannt ohne offensichtlichen Anlass und erkenne anhand von Lumina Spark, dass ich regelmäßig Verhaltensweisen im Job aktiviere (weil ich sie dort brauche, mir angeeignet habe…), die mir weniger liegen und mich entsprechend viel Energie kosten. Oder, oder…

Wissenschaftlich basiert Spark auf den Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie von Carl Gustav Jung und vier der „BIG 5“ (Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit); die Fragen sind auf Validität und Reliabilität getestet.

Auf geht’s! Anwendung und Procedere

Ich freue mich darauf, das Instrumentarium von Lumina Spark – je nach Zielsetzung – zu Beginn oder im Verlauf von Coachings und Teamentwicklungsprozessen einsetzen zu können. Mit klar definiertem Auftrag und Rahmen sehe ich wenige inhaltliche und noch weniger kreative Grenzen. Nur ein paar beispielhafte Fragestellungen:

  • Ich möchte mich beruflich neu orientieren – worauf sollte ich achten?
  • Wie erreiche ich ein besseres Gleichgewicht zwischen Beruf, Freizeit und Familie?
  • Wie werde ich meiner Rolle oder Aufgabe im Unternehmen besser gerecht (beispielsweise als Führungskraft)?
  • Warum erreicht unser Team seine Ziele nicht?
  • Warum treten bei uns immer wieder ähnliche Konflikte auf?

Auch zum Selbstcoaching eignet sich Lumina Spark hervorragend, das erlebe ich selbst gerade. Unter der Voraussetzung, dass ich etwas verändern möchte, kann ich einen ehrlichen Blick auf meine Verhaltenspräferenzen werfen und auch nach dem Coaching-Gespräch mit mir selbst aushandeln, wo ich mein Verhalten inwieweit anpassen kann und möchte – oder, und auch das ist eine legitime, aber dann bewusste Entscheidung, eben nicht.

Nachdem der Online-Fragebogen von Lumina Spark ausgefüllt ist, werden alle Testergebnisse sowohl visualisiert (durch plakative „Splashes“, Begriffsclouds und Diagramm) als auch in Textform dargestellt, so dass die Teilnehmer eine haptische Version ihres „Selbst“ in Portraitform erhalten. Ich spreche alle Testergebnisse persönlich mit den Teilnehmern durch und behandele selbstverständlich die Ergebnisse absolut vertraulich.

Eine Person, verschiedene Personas: Die Portraits sind eine hervorragende Basis für Einzelgespräche und Teamprozesse.

Ich bin übrigens gerade auf gelbe Weise sehr rot. Das bedeutet, dass ich mich im Alltag sehr ergebnisorientiert verhalte und dabei auf Qualitäten wie „unkonventionell“ und „ausdrucksstark“ zurückgreife. Wie sich eine solch vereinfachende, gemeinsame Sprachwelt und differenzierte Betrachtung zusammenbringen lassen, erkläre und demonstriere ich bei Interesse gern persönlich. Aber jetzt geht’s erstmal mit meiner natürlichen Wochenendpersona in die stark ausgeprägte Verhaltenspräferenz „Geselligkeit“.

 

 

 

 

 

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14/07/16 Allgemein , Digitale Transformation , Digitalisierung , Führung , Studie , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications # , , ,

Transformationsbremse Führung? Was die Unternehmenskommunikation jetzt leisten muss.

Transformationsbremse Führung? Was die Unternehmenskommunikation jetzt leisten muss.

Bereits Anfang Juni erschien der Transformationswerk Report 2016, die bisher größte branchenübergreifende Studie zur digitalen Transformation in der deutschen Wirtschaft. Wer sie noch nicht bestellt hat, bitte hier entlang, lesen und wirken lassen – ich ziehe meinen Hut vor dieser Arbeit, Willms und Ingo!

Eine Kernerkenntnis, die die Autoren genau wie ich lieber nicht gehabt hätten, bestätigt sich leider immer wieder in den letzten Monaten: Die Führung überschätzt ihre Rolle und ihre Kompetenz in Sachen digitaler Transformation (warum ich diesen Begriff zu vermeiden versuche, habe ich vor einigen Monaten aufgeschrieben) massiv, ihre eigene Einschätzung und die ihrer Mitarbeiter gehen weit auseinander, im Endeffekt verschenkt die deutsche Wirtschaft Milliarden Wachstumspotential.

Nun ist die Versuchung groß, sich über diese Schere in der Einschätzung der Führungskompetenz lustig zu machen; Häme über „die Chefs“ ließ entsprechend nicht lange auf sich warten (n-tv fühlte sich direkt an Stromberg erinnert). Dabei ist dieser Witz ein trauriger Rohrkrepierer, denn wer könnte sich ernsthaft mit dem Gedanken an Führungsetagen arrangieren, die der aktuell wohl größten Herausforderung an ihr Business nicht gewachsen sind? Continue reading

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23/03/16 Coaching , Digitalisierung , Führung , Studie , Unternehmenskommunikation/Corporate Communications , Veränderungskommunikation/Change Communications , Workshops

Von Führung, Fröschen und Vogel-Strauß-Effekten: Warum ich den Begriff „Digitale Transformation“ meide

Was hat die deutsche Wirtschaft mit kochenden Fröschen gemein? Ich fürchte, eine ganze Menge. Auf der einen Seite stehen wir nach wie vor hervorragend da (Exportweltmeister etc.), auf der anderen Seite scheinen Unternehmen hierzulande einen riesigen Entwicklungssprung zu verpassen – eine Studie nach der anderen belegt, wie innovationsfeindlich, risikoscheu und führungsschwach das Land der Dichter, Denker und Ingenieure geworden ist. Manche mögen das als Panikmache oder ABM für Berater abtun. Aber kommen wir so billig aus der Nummer raus?

Phasen großer Veränderungen – echte gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche Umwälzungen, keine Projektchen – brauchen Leit- und Identifikationsfiguren. In Unternehmen erlebe ich aber in den letzten Jahren verstärkt Führungskräfte, die sich eher nach einem Sandhaufen für ihren Kopf zu sehnen scheinen. Wenn ich lese, dass Mitarbeiter ihren Firmen digital überlegen sind, frage ich mich weniger, ob Führungskräfte plötzlich alle inkompetent sind (auch, wenn sich Gunter Duecks Rant zu „Mehr vom Gleichen“ herrlich pointiert liest), sondern eher: Was genau hemmt sie?

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Gelesen, erlebt, bedacht
In meinem Blog beschäftige ich mich mit Themen, die mich bewegen, Menschen, die mich beeindrucken, Orten, die mich inspirieren… Unregelmäßig, subjektiv und teils sogar persönlich. Ich freue mich auf Kommentare und Gespräche an dieser Stelle!
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